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Künstler: Andersen/Laine/Readman

Album: Three

Erscheinungsjahr: 2006

Anspieltipp: Rise

Autor: Tobias

Achtung, teure Leserschaft: Starensemble! Hinter diesem hier rezensierten zugegebenermaßen etwas merkwürdig betitelten Projekt verbergen sich, schwer zu erraten ist es nicht, Royal hunt-Mastermind Andre Andersen (Gitarre, Keyboard und Bass), sowie Pink cream 69-Goldkehlchen David Readman und Ex-Danger Danger-Shouter Paul Laine am Mikrofon. Kaum verwunderlich also, dass diesem Projekt im Vorfeld der Veröffentlichung angesichts einer solchen Formation mit immensen Vorschusslorbeeren entgegen getreten wurde; seit einigen Wochen ist nun das Album „Three“ erhältlich und wird den selbigen aus nachstehenden Gründen leider aber nur partiell gerecht.

Bei „Three“ handelt es sich um eine äußerst kurzweilige Hardrock-Scheibe, die wie eine Melange aus dem Sound der Hauptbands der werten Herrschaften daherkommt und ohne überflüssigen Schnick-Schnack erklingt. Das heißt selbstverständlich auch, dass sich Keyboard-Gott Andersen auf „Three“ dezent zurückhält und so verhindert, dass das Album, ähnlich wie der letzte Royal hunt-Output „Paper blood“, in maßlos übertriebenes progressives Gefrickel ausartet. Zwar ist das zweifelsohne künstlerisch wertvolle Keyboard-Spiel Andersens omnipräsent, das Hauptaugenmerk des Silberlings ziehen aber eindeutig die melodischen und ausgefeilten Gesangslinien und Chöre auf sich, die sich bereits beim ersten Hördurchgang in die Gehörgänge des Konsumenten schmeicheln und unter anderem in Form des absoluten Überhits „Don’t need a thing“ auch ein Weilchen dort verweilen werden. Als besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der hohe Abwechslungsreichtum, den das Trio auf den gerade einmal 36 Minuten Spielzeit anzubieten hat, zu qualifizieren. Während vorgenanntes „Don’t need a thing“ eher in die rockige Kerbe schlägt, findet der Käufer mit „End of my rope“ eine durchaus balladeske Nummer mit gelungenem Spannungsbogen und mit „Bulletproof“ einen durch und durch coolen Genrevertreter auf dem Silberling wieder. Trotz ihrer unterschiedlichen musikalischen Akzente hinterlassen die Nummern dennoch allesamt einen glänzenden Eindruck und vermitteln gleichwohl einen geschlossenen Gesamteindruck von der Platte.

Eine kleine Anekdote noch zur Entstehung des Silberlings: Nach eigener Aussage soll es sich bei den Kompositionen auf „Three“ um “Ausschussware“ handeln, die Andersen nicht mehr für seine Hauptband Royal Hunt verwenden konnte. Vergleicht der objektive Beobachter jedoch die Qualitäten eines „Don’t need a thing“ mit der eines „Paper blood“-Flopalbums, wird er sich angesichts dieser Behauptung ein höhnisches Gelächter unliebsamerweise nicht verkneifen können. Ebenfalls kurios: Obwohl ich beide Frontmänner für erstklassige Sänger halte, sind nahezu alle meine Favoriten auf „Three” von David Readman eingesungen worden, was nun entweder Zufall sein mag, oder aber auf ein gewisses Konkurrenzgehabe untereinander rückschließen lassen möge. Aber sei’s drum, denn auf die musikalische Qualität hat diese Kuriosität eigentlich kaum Auswirkungen.

Ein viel gewichtigerer Wermutstropfen ist aber die Kürze der einzelnen Tracks, in denen oftmals weit mehr Potenzial steckt, als es sich in nur drei bis vier Minuten entfalten ließe. Resultat dieser Begebenheit sind teilweise unvollendet anmutende Kompositionen, die dem Hörer oftmals die vollständige Begeisterung vorenthalten wollen („Learning to fly“). Auch hätte ich mir auf „Three“ eine deutlichere Unterscheidung zu den Hauptbands der Akteure gewünscht, zumal sich der Verbraucher zu wirklich jeder Sekunde an eine der drei Hauptformationen erinnert fühlt („Straight to the heart“). So frage ich also abschließend nach der Sinnhaftigkeit eines solchen Projektes, wenn man doch offensichtlich nicht gewillt ist, vom Sound der Hauptformationen zumindest ein wenig abzurücken? Übrig bleiben daher zehn gute, teils sehr gute Kompositionen mit fadem Beigeschmack.

 

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